Wie funktioniert eigentlich ein Girokonto? Was muss man beim Onlinebanking beachten? Und wie verhindert man, dass das Geld schneller ausgegeben ist, als man denkt? Mit genau diesen Fragen beschäftigte sich die Klasse 8b der Ferdinand-Steinbeis-Realschule im Rahmen des WBS-Unterrichts (Wirtschafts-, Berufs- und Studienorientierung) bei einem besonderen Seminar zur Finanzbildung.
Unter dem Titel „GiroHeroes“ nahmen die Schülerinnen und Schüler an einem fünfstündigen Finanzplanspiel teil, das auf spielerische Weise wichtige Grundlagen für den verantwortungsvollen Umgang mit Geld vermittelte. Moderiert wurde das Seminar von Ann-Kathrin Engelke, Referentin der mecodia GmbH, die das Projekt im Auftrag der Stiftung Jugendförderung der Kreissparkasse durchführte.
Statt trockener Theorie stand vor allem praktisches Ausprobieren im Mittelpunkt. In Kleingruppen traten die Jugendlichen gegeneinander an und schlüpften mithilfe eines App-basierten Simulationsspiels in die Rolle von Spielfiguren, für die sie verschiedene finanzielle Entscheidungen treffen mussten. Dabei ging es unter anderem um alltägliche Fragen wie: Wie bewahre ich mein Geld sicher auf? Wofür brauche ich ein Girokonto? Wie funktioniert eine Überweisung? Und was ist beim Bezahlen im Internet wichtig?
Besonders spannend war dabei, dass jede Entscheidung direkte finanzielle Folgen hatte. So mussten die Gruppen gut überlegen, welche Ausgaben sinnvoll sind, wo Risiken lauern und wie man sein Geld am besten einteilt.
„Es war cool, dass wir nicht einfach nur zugehört haben, sondern selbst Entscheidungen treffen mussten“, erzählt ein Schüler der Klasse 8b. „Da hat man schnell gemerkt, wie leicht man Geld auch falsch ausgeben kann.“
Ein wichtiger Bestandteil des Projekts war auch das Thema Sicherheit im Onlinebanking. Gerade in einer Zeit, in der Jugendliche immer früher mit digitalen Bezahlmöglichkeiten, Online-Shops und Verträgen in Berührung kommen, sei es wichtig, Risiken zu erkennen und bewusst mit Geld umzugehen.
Besonders großes Interesse weckten bei den Jugendlichen Themen wie Sparstrategien, der Umgang mit regelmäßigen Ausgaben sowie die Gefahr einer möglichen Überschuldung, etwa durch unüberlegte Smartphoneverträge oder spontane Onlinekäufe.
„Ich fand am interessantesten, dass auch kleine Ausgaben am Ende ganz schön viel Geld sein können“, meinte ein Schüler nach dem Seminar. Gerade diese Lebensnähe machte das Seminar für viele besonders wertvoll. Denn statt abstrakter Zahlen standen Situationen im Mittelpunkt, mit denen Jugendliche schon jetzt oder in naher Zukunft tatsächlich konfrontiert werden.
Für zusätzliche Motivation sorgte der Wettbewerbscharakter des Planspiels. Nach jeder Spielrunde wurde ein Zwischenstand auf dem Weg zum „GiroHero“ angezeigt. So konnten die Teams verfolgen, wer gerade besonders klug gewirtschaftet hatte – und wer vielleicht doch an der einen oder anderen Stelle eine zu riskante Entscheidung getroffen hatte.
Die Mischung aus Spaß, Wettbewerb und realitätsnahen Aufgabenstellungen sorgte dafür, dass die Schülerinnen und Schüler durchgehend motiviert bei der Sache waren. Gleichzeitig wurde deutlich: Finanzbildung ist weit mehr als Rechnen mit Geld – sie ist eine wichtige Alltagskompetenz, die junge Menschen frühzeitig stärken kann.
Am Ende des Seminars konnten sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer über ein Zertifikat freuen. Stolz nahmen die Jugendlichen ihre Teilnahmebestätigung entgegen – und durften sich am Ende mit gutem Grund als „GiroHeroes“ bezeichnen.
Mit Projekten wie diesem zeigt die Ferdinand-Steinbeis-Realschule einmal mehr, wie Schule praxisnahes Lernen mit wichtigen Zukunftsthemen verbinden kann. Denn der richtige Umgang mit Geld ist eine Fähigkeit, die junge Menschen nicht nur im Unterricht, sondern vor allem fürs Leben brauchen.
