KZ-GEDENKSTÄTTE UND FRIEDHOF MACHEN TIEFEN EINDRUCK

 

Die Klasse 7c der Ferdinand-Steinbeis-Realschule beschäftigt sich mit den Geschehnissen in Vaihingen am Ende des Zweiten Weltkriegs.

Auf eigenen Wunsch hat die Klasse 7c der Vaihinger Ferdinand-Steinbeis-Realschule vor Kurzem an einer Führung an der KZ-Gedenkstätte Vaihingen teilgenommen.

Unterrichtslektüre gibt Anstoß für Besuch

Auslöser für den Besuch war die Unterrichtslektüre des Buchs „Damals war es Friedrich“ von Hans Peter Richter. In dem Buch wird das Schicksal der Juden im Zweiten Weltkrieg dargestellt. Anschließend beteiligten sich die Schülerinnen und Schüler an der Putzaktion des einzigen Stolpersteins in Vaihingen am Kirchplatz 11 (die VKZ berichtete). Der Stolperstein war vor 16 Jahren zum Gedenken an Wilhelm Eichel, einen Widerstandskämpfer, verlegt worden. Bei der Aktion kamen die Schülerinnen und Schüler in Kontakt mit einem Verwandten Eichels. Daraus entstand der Wunsch, auch noch die KZ-Gedenkstätte zu besuchen, „um uns dort weiter über das Schicksal vieler Menschen unter den Nazis zu informieren“, teilt die Schulklasse mit.

Vor Ort erfuhren die Schülerinnen und Schüler mehr über das Lager, das von 1944 bis zur Befreiung durch französische Truppen am 7. April 1945 bestand: von den Anfängen als Arbeitslager mit der Aufgabe, einen Steinbruch zum Bau von Flugzeugen umzubauen, bis zur Umfunktionierung in ein Kranken- beziehungsweise Sterbelager. Für das anfängliche Arbeitslager wurde 2189 Häftlinge des KZ Auschwitz angefordert und mit dem Zug nach Vaihingen gebracht. Die Gleise hierfür lagen da, wo heute der Fahrradweg entlangführt.

Es waren ausschließlich Juden, die mit diesem Transport ankamen. Später kamen noch weitere Menschen dazu: Sowjetbürger, Polen, Franzosen, Italiener, Griechen, Belgier, Holländer, Norweger, Deutsche – insgesamt Menschen aus mehr als 20 Nationen. „Wir haben Bilder von damals gesehen, die unter anderem von den französischen Truppen gemacht worden waren“, heißt es im Bericht der Schüler weiter.

Eindrücke vom KZ-Friedhof

Auch den Friedhof nahe der Gedenkstätte besichtigten die Siebtklässler. Dort sind die im KZ Vaihingen gestorbenen und ermordeten Menschen, die zunächst in Massengräbern verscharrt worden waren, nach dem Krieg beerdigt worden. Da man zum Großteil die Namen den Toten nicht zuordnen konnte, befinden sich auf den Grabsteinen nur Nummern. Pro Grabstein wurden zwei Personen beerdigt. Es gab 1488 Tote, somit 744 Grabsteine. Da etwas mehr als 200 Personen namentlich zugeordnet werden konnten, wurde auf manchen Grabsteinen eine Nummer ausgelassen und die Toten wurden in ihrer Heimat beerdigt. Abschließend nahmen die Schüler den noch vorhandenen Fluchtstollen der Wachmannschaft und des Lagerkommandos, der vor Bombenangriffen schützen sollte, in Augenschein.

Schüler wünschen Respekt und Toleranz

„Wir finden, dass das Wichtigste im Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen und Religionen ein respektvoller und toleranter Umgang miteinander ist. Wir sind alle Menschen und niemand soll wegen seiner Religion, Kultur oder seinem Anderssein ausgelacht, gemobbt, verfolgt oder gar umgebracht werden“, fassen die Schüler ihre Erkenntnisse aus dem Besuch zusammen und enden mit dem Appell: „Nie wieder!“

Quelle: Vaihinger Kreiszeitung vom 14. Juli 2026